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Wann ist ein Feedback lernförderlich?

 

Vortrag zum empirischen Bildungsforschungsprojekt "Feedback in der Schule" am Studienseminar Hameln

 

Am Freitag, den 26.10.2018 hat Katharina Dreiling, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen, das Projekt „Feedback im Kontext von Heterogenität im Deutschunterricht der Oberstufe“, kurz „FeeHe“, am Studienseminar Hameln vorgestellt. Angehenden Lehrkräften aus den Deutsch-Fachseminaren von Marc Ende und Henning Köhlmann wurde das Forschungsprojekt, das unter der Leitung der leider kurzfristig verhinderten Prof. Dr. Ariane S. Willems durchgeführt wird und sich mit der Frage beschäftigt, wann ein Feedback im Unterricht lernförderlich ist, präsentiert.

Teilnehmer der Studie waren in einem Zeitraum von Sommer 2017 bis Winter 2017/18 rund 800 Schülerinnen und Schüler aus 49 Deutschkursen der Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen im Raum Niedersachsen. Auch ein Hamelner Deutschkurs des Viktoria-Luise-Gymnasiums unter der Leitung von Deutsch-Fachleiter Marc Ende nahm an der Studie teil.

Die Schülerinnen und Schüler wurden befragt, wie stark die verschiedenen Formen des Feedbacks aus ihrer Sicht im Unterricht ausgeprägt sind. Als Ergebnis, so Dreiling, können vier verschiedene Formen des Feedbacks beobachtet werden, die mehr oder weniger stark im Unterricht etabliert sind. Insbesondere das

ergebnisorientierte Feedback, das den Schülerinnen und Schülern zurückmeldet, ob eine Antwort richtig oder falsch ist, sei weit verbreitet. Die Feedback-Kultur sei somit zwar ein fester Bestandteil des Unterrichts, falle aber in erster Linie in Form von Bewertungen aus. Andere Formen des Feedbacks, die nicht bloß aus Lob und Tadel oder Noten bestehen, sondern sich direkt auf den Lerngegenstand und dessen Verständnis beziehen und die Selbstregulation fokussieren, seien besser geeignet, um die Diskrepanz zwischen der aktuellen Lernleistung und dem erwünschten Lernziel zu verringern.

 

K Dreiling

 

Anspruch vs. Realität

Die große Herausforderung bestehe laut Dreiling darin, den Schülerinnen und Schülern ein Feedback zu geben, das mehr ist als „richtig“ oder „falsch“, sondern z. B. deutlich macht, worauf beim nächsten Mal zu achten ist (prozessbezogenes Feedback). In Anbetracht dessen, dass die Lerngruppen sehr heterogen seien und unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbrächten, stelle sich die Etablierung des lernförderlichen Feedbacks jedoch als schwierig heraus. Dass ein lernförderliches Feedback zu geben, eine hohe Kunst ist, wurde besonders in der Abschlussdiskussion am Freitagnachmittag deutlich. Insbesondere das mündliche Feedback im literarischen Unterrichtsgespräch sei eine Herausforderung. Zu viele Einwürfe des Lehrers würden den Gesprächsfluss bremsen. Rückmeldungen des Lehrers seien aber wichtig, um den Lernern eine Orientierung zu geben. Eine Entschleunigung des Unterrichts und ein Werkstattcharakter könnten dabei helfen, den Schülern die Einstellung zu vermitteln, dass die erfolgreiche Beteiligung im Unterricht ein Handwerk darstellt, das erlernt werden kann.

 

 

Feedback ist und bleibt unerlässlich

Auch wenn es für die Lehrperson schwierig ist, eine angemessene und lernwirksame Feedback-Kultur im Unterricht zu etablieren, zeigte die Veranstaltung am Studienseminar Hameln deutlich, dass sie ebenso nötig wie herausfordernd ist. Feedback ist mehr als „gut“ oder „schlecht“ und dessen gekonnter Einsatz bietet mannigfaltige Lernchancen für die Schülerinnen und Schüler.

 

 

Alexander Thomas

 

 

Studienseminar Hameln begrüßt neue Referendarinnen und Referendare

Eine Woche vor Beginn des neuen Schulhalbjahres finden sich 25 neue Referendarinnen und Referendare im Studienseminar Hameln zur offiziellen Begrüßungsfeier im Hefehof zusammen. Zu der Praxisphase für die neuen Lehrkräfte gehört auch die Vereidigung als Beamtinnen und Beamte – erst einmal auf Zeit. Denn zunächst müssen die 25 Neuen, nach einer Einführungswoche im Studienseminar, in den kommenden 18 Monaten ihren Vorbereitungsdienst zugleich in den Gymnasien in und um Hameln ableisten. Die Begrüßungsfeier der Lehramtskandidaten ist in Hameln bereits seit vielen Jahren zur Tradition geworden und ein fester Bestandteil der Willkommenskultur des Studienseminars. Neben der Seminarleitung und Vertretern der Personalräte und Ausbilder werden die „Neuen“ – unter den Gästen auch Hamelns Bürgermeisterin Karin Echtermann – auch von ganz besonderen Festrednern willkommen geheißen. In diesem Jahr wird die Reihe Hamelner Persönlichkeiten, denen diese Ehre jeweils zuteilwird, von dem Superintendenten des Evang.-luth. Kirchenkreises Hameln-Pyrmont, Pastor Philipp Meyer, und dem Schulleiter des Viktoria-Luise-Gymnasiums, Dr. Michael Glaubitz, fortgesetzt.

Begrüßungsfeier im Hamelner HefeHof Begrüßungsfeier 01.2017

Langeweile ist wirklich schrecklich, Lehrer und Haare waschen sowieso. So kann man es schwarz auf weiß lesen. Geschrieben von Kinderhand. Und wie jeder und jede weiß: Kindermund tut Wahrheit kund. Im Lexikon der Lästigkeiten findet man unter dem Buchstaben L: Lehrer. Und die kommen gar nicht gut weg, wenn man Kinder fragt.

Muss man demzufolge den Beruf der Lehrerin, des Lehrers als Last begreifen, wenn schon die Zielgruppe diesen Berufsstand so deutlich negativ definiert? Nein, absolut nicht, lässt Gastredner Dr. Michael Glaubitz die Anwesenden wissen. Lehrer sein ist keine Last, sondern ein Glück. Denn was gäbe es wundervolleres, als mit jungen Menschen zu lernen und mit ihnen gemeinsam zu wachsen. Ein Pädagoge müsse seine Aufgabe darin verstehen, in den jungen Menschen Träume zu wecken und sie in ihren Hoffnungen und Zielen stärken.

 

Lehrer – das ist doch der schönste Beruf der Welt. Mit diesen Worten bringt es die Pädagogische Ausbilderin, Maja Hüper, auf den Punkt. Das nötige Rüstzeug dazu möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Studienseminars Hameln den neuen Kolleginnen und Kollegen in den kommenden Monaten mit auf den Weg geben, ergänzt die Leiterin des Studienseminars, Claudia Krägel. In dieser ersten Praxisphase ihrer Lehrerlaufbahn sei die gegenseitige Unterstützung besonders wichtig. Der Beruf des Lehrers sei ein lebenslanger Prozess und damit gehen auch die Herausforderungen einher, denen man sich als Pädagoge ständig neu stellen müsse. Kinder und junge Menschen mit den richtigen Werten zukunftsrelevant zu begleiten, stellt die Oberstudiendirektorin als vorrangiges Ziel der Bildungsverantwortlichen heraus.

 

Was darunter genau wohl zu verstehen ist? Superintendent Philipp Meyer nimmt alle mit auf eine Reise in die Vergangenheit, als er selbst vor vielen Jahren die Schulbank gedrückt hat. An drei seiner damaligen Lehrer kann er sich noch intensiv erinnern, sie haben die jugendliche Entwicklung des Theologen mit geprägt. Zwei dieser Lehrer seien durchaus in ihrer zynischen und sarkastischen Art eine Herausforderung gewesen, doch ein Lehrer sei ihm und seinen Mitschülern mit begeisterndem Respekt auf Augenhöhe begegnet. Dieser, aber auch die beiden anderen, allesamt mit ihren unterschiedlichen Wesen, hätten die Schüler zu eigenen Persönlichkeiten heranbilden können. Und genau dieses Streben nach Autonomie sei es, so Meyer, was er heute den jungen Referendarinnen und Referendaren nahelegen möchte. „Fürchtet euch nicht!“ – Die richtige Perspektive für die Schule werde durch die eigene Charakterfestigkeit und eine starke Haltung, so sein Rat, gewiss für alle, für Lehrer wie auch für die Schüler, bereichernd vermittelt werden können.

 Begrüßungsfeier 01.2017   

„Fürchtet euch nicht!“ Zum Abschluss ermutigen auch die drei Vertreter des Personalrats die 25 „Neuen“, ihren Dienst mit Freude anzutreten und der Zuversicht, dass es der schönste Beruf der Welt sei.

 

Die feierliche Begrüßungsfeier der neuen Referendarinnen und Referendare wurde feinsinnig mit Klavier- und Gesangstücken begleitet durch die talentierte Musikerin Luisa Göhmann. 

Begrüßungsfeier 01.2017

Langeweile ist wirklich schrecklich. Doch eines ist gewiss: Den 25 „Neuen“ im Lehrerdienst an den Gymnasien in und um Hameln wird so schnell nicht langweilig werden – und ihren Schülerinnen und Schülern bestimmt auch nicht!

 

Hameln im Januar 2017 / Text & Fotos: Heike Beckmann


Landrat Tjark Bartels begrüßt die neuen Studienreferendare

Zum Antritt ihres Vorbereitungsdienstes am Studienseminar Hameln begrüßte Landrat Bartels 27 Studienreferendarinnen und Studienreferendare in den Räumen des Hefehofs. In seiner Willkommensrede betonte er unter anderem die besonderen Herausforderungen an die angehenden Lehrkräfte angesichts der aktuellen politischen Ereignisse.

bartels klein     Gruppe klein

Weiterhin wünschten neben der Seminarleitung, auch Frau Dr. Prietzel als Vertreterin der Schulleiterinnen und Schulleiter und die Vertreter der Personalräte der Ausbilder, Herr Jens Mestwerdt, und der Referendare, Frau Lemke mit Unterstützung von Frau Watermann, den Neuankömmlingen alles Gute für die anderthalbjährige Referendarszeit.

prietzel klein Mestwerdt klein Lemke klein

 

 

Ninia LaGrande und ganz ganz viele Doofe

Ninia LaGrandePoetry Slam – was ist das? Wie geht das? Wer macht das? Ninia LaGrande, Moderatorin, Autorin und Poetry Slammerin aus Hannover, führte das Hamelner Studienseminar am Montag, 30.05.2016 mit Witz und Charme in die angesagte Welt der Worte ein. Ihr Motto „Es muss ein bisschen dreckiger sein...“ scheint nicht nur in Hameln gut anzukommen, denn mit rund 180 Auftritten jährlich ist Ninia bundesweit gefragt. Im Workshop gab sie unter anderem Einblicke in ihr beim Blaulicht Verlag erschienenes Buch „ ... und ganz ganz viele Doofe“.

 

Womit wir beim Thema wären: Wussten Sie, dass es sich bei Poetry Slams nicht, wie oftmals fälschlicherweise angenommen wird, um Texte handelt, sondern um die Veranstaltungen, bei denen das Selbstgeschriebene präsentiert wird? Die Texte selbst sind schlicht und einfach Texte. Diese werden bei den Slams in einer vorgegebenen Zeit vorgetragen, um anschließend vom Publikum bewertet zu werden.

In ihrem Vortrag klärte Ninia neben Irrtümern auch über die noch recht kurze Geschichte des Poetry Slams auf. Obwohl sich die deutsche Szene erst Mitte der 90er Jahre entwickelte, hat sie sich bereits als größte in Europa etabliert. Die deutschsprachigen Meisterschaften für das kommende Jahr werden für die vielseitige Autorin ein Heimspiel, denn die Ausrichtung des SLAMs 2017 wird in der niedersächsischen Hauptstadt durchgeführt. Dort treten die besten Performer des deutschsprachigen Raumes sowohl in Einzeldisziplinen als auch in Teamdisziplinen gegeneinander an. Für die Neulinge des Poetry Slams zeigte Ninia in ihrem Vortrag beispielhafte Auftritte verschiedener Größen wie Nora Gomringer, deren Text „Annahmen über die Stadt“ sogar mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde.

Kann man das lernen? Trotz der zahlreichen Auftritte findet die Hannoveranerin Zeit, Workshops in Schulen, Jugendzentren oder auf Festivals anzubieten, die sowohl auf das Alter der Teilnehmenden sowie den jeweiligen Zeitrahmen abgestimmt sind. Grundsätzlich gilt, das Schreiben hat bei diesen Workshops oberste Priorität!

Das Hamelner Seminar versuchte sich beispielweise an einer „Ode an den Kaffee“, was bei den Teilnehmern durchaus Erheiterung auslöste.

Improtheater, kreative Kurz-Schreibaufgaben, aber auch Inspiration bei der Entwicklung einer eigenen Textidee können ebenfalls Teil des (Jugend)workshops sein. Auch wenn nicht alle schlussendlich ihre Ergebnisse auf der Bühne vortragen, wird der Umgang mit Druck und Aufregung sowie die Backstage-Situation trainiert, um eine selbstsichere Präsentation zu ermöglichen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des Workshops ist lediglich das Vorhandensein eines schuleigenen Mikrofons – dann steht dem modernen Deutschunterricht nichts mehr im Wege.

Weitere Informationen über Ninia LaGrande findet man z. B. auf ninialagrande.blogspot.com.

 

 

 

Begrüßung der Gruppe 02.2016

Am 25.01.2016 wurden 26 neue Studienreferendarinnen und Studienreferendare zum Antritt ihres Vorbereitungsdienstes im Studienseminar Hameln begrüßt. Als Gastredner sprach Bernhard Gelderblom, ehemaliger Lehrer des Albert-Einstein-Gymnasiums und verdienter Historiker regionaler Kultur- und Zeitgeschichte. Neben guten Wünschen und Ratschlägen für den Start ins Berufsleben gab es noch ein besonderes Schmankerl: eine Einladung zu einer alternativen Stadtführung – abseits ausgetretener touristischer Pfade.

 

In der Einführungswoche vom 25.01. bis 29.01.2016 werden die neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst auf den Schulbeginn vorbereitet. Neben einer Einführung in die Seminarorganisation und dem Kennenlernen der Prüfungsverordnung stehen Vorstellungen von gutem Unterricht, Bausteine einer effektiven Unterrichtsplanung sowie erste Übungen zur Lehrerrolle auf dem Stundenplan.

 

Wir wünschen unseren Neuankömmlingen einen guten Schulstart!

 

 

BG

Bernhard Gelderblom als Gastredner